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Die diagnostischen Möglichkeiten der Lumbalpunktion

Messung des Liquordruck

Quincke entwickelte die Lumbalpunktion zur Diagnose und Behandlung von erhöhtem Hirndruck (1891). In der Abbildung ist zur Messung des Hirndrucks ein Steigrohr an die Punktionsnadel angeschlossen. Nach Abnahme des Steigrohrs fließt Liquor aus der Kanüle, der biochemisch auf Krankheitsmarker untersucht wird.
Bildquelle:Quincke (1902) Die Technik der Lumbalpunction. Urban & Schwarzenberg. Abb.3

Liquorentnahme zur biochemischen Diagniostik, beispielweise auf Entzündungsparameter

Bildquelle: Wir danken Dr. Leypoldt und Prof. Dr. Junker vom Institut für Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Kiel für die Zusammenstellung der Proben und die Überlassungder Bilder

Quincke entdeckte, dass der Liquor von Gesunden klar und farblos ist (links), der von Kranken krankheitsabhängig rot-hämorrhagisch (zweites Reagenzröhrchen von links), xanthochrom-gelb (zweites Röhrchen von rechts), oder trüb (rechts). Er entwickelte Methoden zur quantitativen Erfassung dieser Veränderungen. Die Entdeckung des Liquors als diagnostisches Mittel und die Erarbeitung der diagnostischen Möglichkeiten ist die eigentliche Leistung von Quincke.

Mehrfache Nominierung für den Nobelpreis

Bildquelle: Archiv der Klinik für Innere Medizin Kiel. Angaben aus Cozanitis DA (2013) Heinrich Irenaues Quincke (1842-1922):The Nobel prize but for the problem of age. Presse Med. 42:464-70

Quincke wurde bis 1922 mehrfach für den seit 1901 vergebenen Nobelpreis für Physiologie und Medizin vorgeschlagen und von dem Nobelkomitee nominiert (im ersten Weltkrieg von 1914-1919 wurde der Preis nicht vergeben). Er hat den Preis nie erhalten.